Die Gangpferdereitlehre kannst Du direkt beim Autor bestellen, schreib mir einfach eine Mail mit Betreff "Bestellung Gangpferdereitlehre" an Kurt.Pfannkuche@uni-koeln.de. Wenn Du möchtest signiere ich Dein Exemplar oder schreibe eine persönliche Widmung.

Wenn Du Lust hast etwas von mir zu lernen oder einfach neue Ideen für die Arbeit an der Longe, an der Hand oder unter dem Sattel zu gewinnen, dann schau gerne in mein Angebot zu Kursen und Unterricht.

News

August 2021


 

Über den Sommer hat sich Victoria vom Klausenberg gut in unsere Pferdefamilie eingelebt und ich habe mit der Ausbildung begonnen. Nach erstem Führtraining auf der Weide und auch alleine von den anderen Pferden weg in Feld und Wald hat uns Vicky jetzt schon oft als Handpferd mit auf den Ausritten begleitet und sich dabei auch an den Sattel und den Sattelgurt gewöhnt.

 

 

Auf der Weide habe ich an der einfachen Longe im Schritt und auch im Tölt/Trab kurze Übungseinheiten aufgebaut. Mehr Fokus, als auf die Arbeit an der Longe, habe ich auf die Ausbildung an der Hand und am langen Zügel gelegt. Dafür verwende ich einen weichen Kappzaum ohne Naseneisen und befestige den Zügel in den seitlichen Ringen. So kann ich leicht Wenden und Anhalten, sowie Antreten im Schritt üben und mit Victoria verschiedene Wege auf der Weide am langen Zügel abgehen.

 

 

So vorbereitet haben wir schon erste ca. 10 minütige Ritte als Handpferd im Gelände rund um die Weide unternommen. Auf der Weide bin ich zunächst ein paarmal geführt geritten und dann frei hinter unserem erfahren Delgado hinterher. Auf diese Weise fühlt sich das Jungpferd sicher und kann hinter dem erfahrenen Pferd hinterherlaufen. Ich kann üben zu lenken, anzuhalten und anzureiten – was aufgrund der Vorbereitung am langen Zügel ziemlich einfach ging. Als nächstes habe ich begonnen, neben das Führpferd zu gehen und auch vorweg zu reiten. Die Ausbildung läuft bisher total problemlos; Vicky ist immer gut gelaunt und lernt schnell.  

 


Juli 2021

 

Gangpferde im Piaffe Seminar der "Dressurstudien"

 

Diesen Monat hat das Magazin "Dressurstudien" ein Online-Seminar mit Richard Hinrichs zum Thema "Die Ausbildung der Piaffe mit unterschiedlichen Pferdetypen" angeboten. Für die Gangpferde habe ich hierfür Videomaterial vom Islandpferd Kjarni sowie von der American Saddlebred Partbred Stute American Fripa zur Verfügung gestellt und freue mich sehr, auf diese Weise am Seminar virtuell aber trotzdem mit Pferd teilnehmen zu können. Wenn Euch das Thema interessiert findet Ihr den Link zum Seminar hier:

https://dressur-studien.de/shop/neu/fzp-campus-mit-richard-hinrichs-zur-piaffe/

 

Ein Video vom Piaffe - Mezair Übergang von American Fripa findet Ihr hier: video

 


März 2021

 

Neues Familienmitglied: Victoria vom Klausenberg

 

Seit kurzem habe ich mit Victoria vom Klausenberg ein neues Nachwuchspferd. "Vicky" stammt aus der Zucht von Heinz und Liesel Pinsdorf vom Gestüt Klausenberg in Alfter. Victoria ist 2017 geboren und stammt von Vanadis vom Klausenberg und Audur vom Wiesenhof ab. Ein Video von der Vorstellung bei der Fohlenbeurteilung gibt es bei youtube.

 


November 2020

 

Kurze Betrachtung zur Skala der Ausbildung und Meilensteine für die Praxis

 

Das System der klassischen deutschen Reiterei basiert auf dem Fundament der „Skala der Ausbildung“ der Deutschen Reiterlichen Vereinigung FN. Die Skala sieht mehrere Stufen in der Ausbildung zum Reitpferd vor:

 

  • Takt
  • Losgelassenheit
  • Anlehnung
  • Schwung
  • Geraderichtung
  • Versammlung

 

Das System ist von Experten entworfen, die dabei die Ausbildung des dreigängigen Pferdes für die Nutzung in den Bereichen Dressur, Springen, Vielseitigkeit etc. vor Augen hatten. Damit stellt sich die Frage, ob unsere Gangpferde sich im klassischen System der Skala der Ausbildung wiederfinden, oder ob es notwendig ist, die Skala abzuwandeln oder für die Ausbildung des Gangpferdes ganz neu zu gestalten. Fragen, die sich spontan stellen umfassen z.B.

  • Warum steht Takt an erster Stelle, vielleicht habe ich ein Pferd mit einem Taktfehler im Gang und muss erst an verschiedenen Grundlagen arbeiten, um den Taktfehler zu beheben? In den Grundgangarten kann ich den Taktfehler vielleicht gar nicht beheben, weil mein Pferd nicht in der Lage ist, in einem sauberen Dreitakt zur galoppieren.
  • Wo finden sich Begriffe wie Tempokontrollen, Frequenz, Balance, …….

Vor einer detaillierteren Betrachtung muss man sich darüber klar werden, dass die Skala eine mehrjährige Ausbildung des Reitpferdes beschreibt und versucht, diesen komplexen Vorgang in wenige Schlagworte zusammenzufassen. Es ist klar, dass sich hinter den einzelnen Punkten der Skala der Ausbildung eine Vielzahl an Aspekten und Unterpunkten verbergen muss, um die Komplexität der Ausbildung des Reitpferds widerzuspiegeln. Auf diesen Aspekt möchte ich zunächst am konkreten Beispiel des ersten Punktes „Takt“ etwas genauer eingehen.

 

Was verbirgt sich hinter dem Begriff „Takt“?

 

Laut Richtlinien für Reiten und Fahren Band 1 ist der Takt das räumliche und zeitliche Gleichmaß aller Schritt, Tritte und Sprünge. Takt enthält also den Begriff der Gleichmäßigkeit. Eines der ersten Dinge, die junge Pferde üblicherweise lernen, ist sich gleichmäßig zu bewegen, ohne das Tempo beliebig zu variieren. Das bedeutet beispielsweise, dass es sich an der Longe in gleichbleibendem Tempo im Gang oder im Trab konstant bewegt. Damit ist die erste Stufe des Takts das „Gleichmaß der Bewegung“. Die gleichmäßige Bewegung bringt Ruhe in die Arbeit und gibt dem Pferd Sicherheit. Aus der Sicherheit kann dann Losgelassenheit erwachsen. Um ein Gleichmaß zu erreichen ist „Tempokontrolle“ nötig – eine weitere Facette, die zum Begriff Takt gehört. Wenn die Tempokontrolle erreicht ist, kann beim fortgeschrittenen Gangpferd auch die „Frequenz“ der Bewegung variiert werden, auch dieser Begriff fällt unter den Oberbegriff Takt.

 

Aus dieser kurzen Betrachtung wird klar, dass schon der Begriff Takt eine Vielzahl an Facetten beinhaltet (Gleichmaß, Tempokontrolle, Frequenz und natürlich den Grundtakt (2-Takt, 3-Takt, 4-Takt)). Für uns Gangpferdereiter ist der Taktbegriff sehr wichtig, entscheidet er doch maßgeblich über die Qualität der Spezialgänge unserer Pferde. Wir wissen jedoch auch, dass es manchmal lange Ausbildungswege benötigt, um den gewünschten Takt einzustellen; manches Pferd wird vielleicht beispielsweise ein verstärktes Tempo im Gang nicht ohne Trab- oder Passverschiebung zeigen. Aus dieser Betrachtung lässt sich leicht erkennen, dass es keinen Sinn macht, den Takt als erste Stufe einer Skala zu sehen, die erst erfüllt sein muss, bevor andere Stufen erreicht werden können. Vielleicht wäre es klug, von Säulen der Ausbildung zu sprechen, um dieses Missverständnis auszuräumen.

 

Um zu einem besseren Verständnis wichtiger Ausbildungsziele zu gelangen, macht es daher vielleicht Sinn, Meilensteine der Ausbildung zu formulieren. Im Folgenden habe ich einige Meilensteine aufgelistet, die mir zum Thema Pferdeausbildung eingefallen sind. Die Meilensteine stehen in Zusammenhang mit der Ausbildungsskala und fügen sich zu den großen Oberbegriffen zusammen.  Manche dieser Meilensteine überschneiden sich inhaltlich, die meisten umfassen wiederrum eigene Unterbegriffe, die man noch weiter aufschlüsseln könnte. Einige der Meilensteine habe ich mit Erklärungen versehen.

 

1. Vertrauen

 

2. Gehorsam

 

3. Kontrolle der Position der Schulter. Zunächst an der Hand als Bestandteil fortschreitenden Gehorsams und Respekt des Pferdes gegenüber dem Menschen. Wenn Du beispielsweise Dein Pferd am Halfter mit der rechten Hand führst und es nach rechts von Dir weg wendest, kontrollierst Du die Position der Schulter. In manchen Ausbildungsmethoden wird die Kontrolle der Schulter bei der Bodenarbeit auch früh durch die Kontrolle der Hinterhand ergänzt.

 

4. Innere (psychische) Losgelassenheit baut auf Vertrauen auf. Das Pferd findet innerliche Ruhe und kommt dazu, Muskeln entspannen zu können. Für effektives Lernen ist psychische Losgelassenheit von wesentlicher Bedeutung. Ein aufgeregtes Pferd versteht nicht viel.

 

5. Gleichmaß  (siehe oben)

 

6. Tempokontrolle

 

7 Dehnung in Ruhe meint die Bereitschaft des Pferdes z.B. im Stand an der Hand und unter dem Sattel des Hals nach vorwärts-abwärts zu dehnen. Dieser Vorgang erfordert Vertrauen und ein Mindestmaß an innerer Losgelassenheit.

 

8. Durchlässigkeit für nicht-gegenläufige Reiterhilfen: Das Pferd akzeptiert die verwahrenden Zügelhilfen und die treibenden Schenkelhilfen, dabei setzt der Reiter treibende und bremsende Hilfen nicht gleichzeitig (gegenläufig) ein. Das Pferd reagiert freudig und reaktionsschnell auf treibende Hilfen und lässt sich ebenso willig im Tempo zurücknehmen.

 

9. Stellung (des Genicks)

 

10. Biegung

 

11. Geraderichtung in Stellung (gestellt gerade) bezeichnet ein Pferd, das unter Zuhilfenahme der  Stellung die natürliche Schiefe überwindet.

 

12. Takt in gleichförmiger Bewegung und Gangtrennung

 

13. Takt in den Übergängen

 

14. Nachgiebigkeit im Genick

 

15. Anlehnung

 

16. Schwingen: Das Schwingen bezieht sich auf das An- und Abspannen kleiner Muskeln entlang der Wirbelsäule. Wenn das Pferd sich „im Rücken festhält“ verschwindet das Schwingen. Ein losgelassenes Gangpferd schwingt und seine Bewegungen laufen durch den gesamten Pferdekörper. Schwingen klingt ähnlich wie Schwung, meint aber etwas anderes.

 

17. Durchlässigkeit für gegenläufige Reiterhilfen bedeutet zum Beispiel, dass das Pferd eine treibende Hilfe bei gleichzeitig verwahrender Zügelhilfe umsetzt, ohne gegen den Zügel zu drängen. Es kann z.B. die Frequenz des Gangs erhöhen oder sich stärker vom Boden abstoßen.

 

18. Kontrolle der Körperspannung

 

19. Kontrolle der Position der Hinterhand unter dem Reiter

 

20 .Laterales Gleichgewicht bedeutet, dass das Pferd die Last gleichmäßig auf die Beine verteilt und nicht der natürlichen Schiefe folgend dem von Natur aus stärkeren Bein mehr Last zuschiebt.

 

21. Relative Aufrichtung

 

22. Geraderichtung im Gerade bedeutet, dass das Pferd auch ohne Stellung auf einer geraden Linie rechtes und linkes Beinpaar gleich belastet.

 

23. Versammlung

 

24. Horizontales Gleichgewicht ergibt sich aus der Arbeit an der Versammlung und bedeutet, dass das Pferd in der Lage ist Gewicht zwischen Vor- und Hinterhand auszubalancieren und die Lage seines Körperschwerpunkt z.B. in Übergängen geschickt anzupassen.

 

25. Ausdruck/Brillanz ist die Fähigkeit des Pferdes sich stolz und ungezwungen ohne sichtbare Einwirkungen der Reiterhilfen zu präsentieren.

 

16. Schwung ist ein Begriff, der in den Gangarten Trab und Galopp eine Rolle spielt. Ein schwungvolles Pferd stößt sich energisch vom Boden ab und zeigt eine Phase der freien Schwebe. Bei vielen Gangpferden ist die Fähigkeit Schwung zu entwickeln geringer als bei einem Dreigänger.

 

 

Diese Liste an Meilensteinen ist mehr ein erster Vorschlag als das Ergebnis jahrelanger Überlegung. Bei der Formulierung ergeben sich auch neue Fragen, insbesondere was die Reihenfolge der Punkte angeht. Auch hier gilt, dass es vom Pferd und seiner individuellen Veranlagung abhängt, in welcher Reihenfolge die Meilensteine erfüllt werden. Je nach Anlage des Pferdes werden manche Themen in der Ausbildung immer wieder neue Aufmerksamkeit erfordern, egal wie weit man fortgeschritten ist. Das gilt z.B. für die innere Losgelassenheit. Auch die Position der Aufrichtung in der Reihenfolge der Ausbildungsschritte kann variieren und bei manchen Pferden wird sich ohne angemessene Aufrichtung kein Takt im Gang herstellen lassen.

 

 

 


Oktober 2020

 

Herbststimmung


25.05.2020

 

 „Man muss die Problempferde innerlich mögen lernen und dann kommt man zu einem Ergebnis“ (Andreas Trappe)

 

 

Persönliche Notizen zum Anna Eschners Webtalk mit Andreas Trappe (Lindenhof, Altenberge) zum Thema „Ist das Training abhängig vom Gebäude?“

 

 

Das Gebäude des Gangpferdes sollte eine harmonisch verlaufende Oberlinie aufweisen, die auch bei unterschiedlichen Balancezuständen harmonisch bleibt. Man sollte das Gebäude in der natürlichen Körperhaltung des Pferdes beurteilen. Gebäudemängel beim Pferd sind meist keine alleinstehenden Mängel, sondern ungünstige Kombinationen verschiedenen Merkmale, die die Funktionalität einschränken. Ein langer Rücken wird dadurch lang, dass andere Teile des Körpers zu kompakt sind, z.B. durch eine zu kurze Hinterhand. Die Frage ist dabei nicht, ob der Rücken lang ist, sondern, ob er ZU lang ist, um gut zu arbeiten. Solange der Spannungsbogen funktioniert, ist der Rücken auch nicht zu lang.

 

 

Ein kurzer Hals ist nur ein optischer Mangel. Ein kurzer Hals auf einer schrägen Schulter muss kein Nachteil sein, oft sind Pferde mit einem stabilen Hals einfacher zu reiten. Der kurze Hals wird vielleicht in seiner Form nicht der Idealvorstellung des Betrachters von einem „am Zügel“ gehenden Pferd entsprechen, das Problem ist aber hier, dass nicht bei allen Reitern ein korrektes Bild herrscht, was es bedeutet, dass ein Pferd am Zügel geht. „Am Zügel“ gehen kann nicht auf die äußere Form reduziert werden. „Am Zügel“ gehen bedeutet nicht, dass der Nasenrücken senkrecht ist. „Am Zügel“ bedeutet, dass bei untertretender Hinterhand das Genick der höchste Punkt ist und das Pferd soweit beigezäumt wird, wie das jeweilige Gebäude es ermöglicht.

 

 

Ein zu langer, dünner Hals ist jedoch ein echter Mangel und wird durch eine steile Schulter verstärkt, es ergeben sich Probleme in der Durchlässigkeit des Pferdes. Pferde mit einem zu langen Hals erfordern mehr Ausbildung, da der Hals unstabil wird und sich auf vielfältige Weise verbiegen und entziehen kann.

 

Allgemein gehört zum Gebäude auch die Textur der Muskulatur. Feste/zu feste Muskulatur kann züchterisch durch weiche/zu weiche Muskulatur ausgeglichen werden.

 

 

Das wichtigste für den „perfekten Mehrgänger“ ist eine extrem gute und variable Oberlinie. Die Muskulatur muss fließend zwischen Anspannung und Gelöstheit wechseln können. Die Muskeln des Pferdes müssen beim Reiten weich und geschmeidig werden und dürfen sich nicht verkrampfen. Es darf kein Druck nötig sein, um Spannung aufzubauen.

 

 

Es werden noch immer zu viele unpraktische Pferde produziert, die zu wenig Tölt haben. Andererseits bringt die Zucht zunehmend bessere vier- und fünfgängige Islandpferde hervor. Die Unterscheidung zwischen einem eher lateralen Fünfgänger und einem diagonalen Viergänger gibt es bei guten Islandpferden heute nicht mehr. Trotzdem gibt es immer noch Dinge in der Zucht des Islandpferds zu verbessern. Guter Trab geht mehr und mehr verloren, auch auf WM Niveau. Viel Bewegung in der Vorhand wird zu wenig aus der HH getragen, bei zu geringer Schwebephase. Gute Noten im Schritt werden heute oft für Pferde vergeben, die viel übertreten aber nicht viel tragen.  

 

Manche Pferde passen nicht in das Sportsystem der Turnierprüfungen. So gibt es sehr leistungsbereite Pferde, die beispielsweise nicht verstehen, warum man bei den Tempounterschieden in der Töltprüfung nach ein paar Metern an der langen Seite schon wieder langsam tölten soll, sondern brauchen die Möglichkeit mehrere hundert Meter vorwärts zu laufen.

 

 

Andreas berichtet aus seiner Erfahrung von einem Pferd, das nur durch feine Arbeit mit der Kandare ein gutes Gleichgewicht erreichte und leicht und taktsicher zu reiten war. Auf Trense kam das Pferd nach einiger Zeit immer wieder mehr auf die Vorhand und verlor Balance und damit Leichtigkeit. Die Arbeit mit der Kandare kann dabei unterstützen, Gebäude-bedingte Mängel auszugleichen, ersetzt aber nicht die entsprechende Ausbildung des Pferdes.

 

 

Es ist kein Geheimnis, dass man Reiten am besten auf einem gut ausgebildeten Pferd lernt. Hierzu habe ich aus dem Gespräch folgenden schönen Vergleich notiert: „Reiten zu lernen und gleichzeitig das Pferd ausbilden lernen wollen, ist so, als ob man Zahnarzt werden will und das durch Zähne Bohren am Patienten anfängt.“

 

 

 

Vielen Dank Anna und Andreas für den interessanten Talk.


17.05.2020

 

Piaffe aus dem verkürzten Schritt entwickeln

 

In der Gangpferdereitlehre habe ich verschiedene Vorschläge für Euch zusammengestellt, wie Ihr die Arbeit an der Piaffe beginnen könnt. Die Möglichkeit im versammelten Schritt zu beginnen, habe ich dabei nur kurz angesprochen und möchte hier einige Gedanken zu diesem Ansatz zusammenfassen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten die Arbeit an der Piaffe zu beginnen und es hängt von Faktoren wie der Gangverteilung und des Talents des Pferdes ab, welche Methode am ehesten zu einem Ergebnis führt. Um die Arbeit aus dem versammelten Schritt an der Hand zu beginnen, übe ich den Schritt zunächst deutlich zu verkürzen. Dazu gehe ich mit Blick zum Pferd gerichtet rückwärts vor dem Pferd her. Das Pferd soll mir im Schritt folgen. Dann verkürze ich vorsichtig meine Schritte und bitte das Pferd damit auch in kleineren Schritten zu folgen. Das kann man zunehmen kultivieren, bis sich ein Schritt mit ganz geringem Raumgewinn eingestellt hat (schau auch mal in die Bonuskapitel zur Gangpferdereitlehre, da gibt es ein Kapitel mit Tipps zum Schritt). Wenn es gelingt diesem kurzen Schritt vorsichtig mehr Energie zuzufügen, versammelt sich das Pferd. Ich habe diese Arbeit mit dem Islandpferd Kjarni durchgeführt, ein Zwischenergebnis habe ich bei Youtube als kurzes Video abgelegt. Hier siehst Du, dass die Übung das Pferd beweglich gemacht hat, sein Becken abzukippen und es dazu bringt den Rumpf zu heben.

 

Wie Du auf dem Video sehen kannst, ist der Takt noch nicht diagonal, zeigt aber diagonale Ansätze, die durch Üben der Lektion ausgeweitet werden. Ich habe als nächste Übung auch im Round Pen am Piaffe-Ansatz gearbeitet und das Pferd dann freigelassen und im Trab losgeschickt. Dadurch assoziiert es die Lektion mit freiem Trab, das bringt einen Gewinn für Takt und Energie.

 

(Da Kjarni verkauft wurde und nicht mehr bei mir ist, kann ich nicht über den weiteren Fortschritt berichten.)

 


17.05.2020

 

Gedanken zur Ausbildung

 

Die Ausbildung des Pferdes zielt darauf ab, dem Pferd die Zügel-, Schenkel- und Gewichtshilfen begreiflich zu machen. Stimmhilfen unterstützen bei Bedarf, sollten aber verzichtbar bleiben. Das ausgebildete Pferd versteht die Bedeutung der Hilfen, dabei gibt es zwei Phasen: Zuerst kommt das Verständnis der einzeln gegebenen Hilfen, dann kommt das Verständnis des Zusammenspiels mehrere gleichzeitig eingesetzter Hilfen. Auf der Basis des Verständnisses der Hilfen kann der Körper des Pferdes geformt und beweglich gemacht werden. Reiten ist keine Sammlung von Tricks, die das Pferd auf ein vereinbartes Kommando hin ausführt. Die Kommunikation mit dem ausgebildeten Pferd basiert auf der Umsetzung der Reiterhilfen, die sich fließend in ihrer Intensität anpassen können, die einzeln oder im Zusammenspiel einwirken können und sich zeitlich auf den Takt der Bewegung ausrichten.

 


Trainingstage

 

Wenn Du Lust hast, meine Ideen und Anregungen für Dein Reiten und die Ausbildung Deines Pferdes kennen zu lernen, komme ich gerne für einen Trainingstag an Deinen Hof. Der Trainingstag für ca. 5-6 Teilnehmer beinhaltet zwei Unterrichtseinheiten und gemeinsame Theorie und Diskussion. Wir können ein Thema für den Trainingstag vereinbaren und die Theorie dann passend ausrichten oder das Thema für jede Reiterin und jeden Reiter offen wählen. Die Kosten pro Teilnehmer betragen 90 Euro, dabei ist die Anfahrt im Umkreis von 100 km rund um Rheinbach inbegriffen. Natürlich kann das Training auch in Form von Einzelstunden durchgeführt werden. Wieviele Personen dafür nötig sind hängt davon ab, wie weit ich fahren muss um zu Euch zu kommen.

 

Sprech mich gerne an unter:

kurt@igv-online.de

Mobil: 0177-7176244


Rückblicke auf die 25. Gangpferdemeisterschaft 2019 in Wemding zu Gast bei Denise Bader

 

Birgit mit Delgado MK und Kurt mit Kjarni vom Keltenhof. Fotos von Ellen Vierhaus und Christian Müllner.





Erinnerungen

 

Erinnerungen an 2009: Gangpferdeturnier am Berghof Rod mit Delgado MK und Deutsche Meisterschaft im Gangreiten 2009 auf dem Gangpferdegestüt Birrekoven mit Bravo.



19.01.2020

 

Notizen zum Training

 

Trainieren auf der Ovalbahn - wie oft und wie lange? Das ist natürlich nicht pauschal zu beantworten, hängt es doch sehr von den Begebenheiten ab und was Du mit Deinem Pferd für Ziele hast. Die Ovalbahn ist bestimmt verzichtbar, ein kleiner Dressurplatz, ein schönes Ausreitgelände und vielleicht ein Longierzirkel sind ja eigentlich schon alles, was Du brauchst. Die Ovalbahn ist aber in mancher Hinsicht trotzdem sehr nützlich. Natürlich um Dein Pferd auf ein Turnier vorzubereiten, es fällt einfach leichter, wenn ihr die Ovalbahn schon kennt. Aber auch für die Ausbildung der Gänge. Um es gleich vorweg zu sagen: Langes Reiten im Tölt auf der Ovalbahn wird nicht unbedingt dazu führen, dass Dein Pferd energischer und ausdrucksstärker wird. Wobei es auch Pferde gibt, denen es aufgrund eines starken Vorwärtsdrangs gut tut, ein längeres Stück gleichmäßig und eher langsam auf der Ovalbahn oder im Gelände im Tölt geritten zu werden. Man kann das nicht pauschal festlegen.

 

Wenn es Dein Ziel ist, Dein Pferd ausdrucksstark zu präsentieren, dann macht es Sinn, die Ovalbahn gezielt einzusetzen. Ich habe 2019 die Trainersweek bei Gangpferde Vierhaus besucht und dort Sarah Seifert (FN Trainer A klassisch-barockes Reiten mit Islandpferden) in einer Demonstration in der Halle gesehen und sinngemäß folgende Aussage von ihr im Gedächtnis behalten: "Ziel der Arbeit ist es, die Formung des Pferdes unter anderem auf gebogenen Linien auf dem Reitplatz mit dem Spirit der isländischen Reiterei geradeaus zu vereinen". Das trifft die Sache doch recht gut: Wir wollen Gangpferde, die durchlässig an den Hilfen stehen, durch die Dressurabeit geformt sind und gleichzeit voller Energie, mit Ausdruck, und "Wind in der Mähne".

 

Um dieses Ziel zu erreichen, kann die Ovalbahn die Arbeit auf dem Viereck gut ergänzen. Je besser Dein Pferd die Hilfen annimmt, desto leichter wird es eine treibende Hilfe auch in mehr Energie und in höhere Bewegungen umsetzen, ohne dabei gegen die Hand zu kommen. Für die Arbeit auf der Ovalbahn kannst Du Dein Pferd ggf. vorher auf dem Viereck in Biegungen aufwärmen, manche Pferde lassen sich auch gut an der Hand lösen. Die Arbeit an der Hand strengt das Pferd körperlich nicht sehr an und ist damit eine gute Vorbereitung für Dein Training auf der Ovalbahn. Dein Ziel beim Reiten auf der Ovalbahn könnte es sein, Dein Pferd in kurzen Reprisen energisch und fröhlich zu präsentieren. Wenn es stolz und motiviert ist, dann fällt alles leichter. Es muss Freude am Laufen emfinden und darf nicht sehr ermüdet aus der Arbeit gehen, damit es den Spirit nicht verliert und beim nächsten Reiten auf der Ovalbahn wieder Einsatz dabei ist. Um das zu erreichen, helfen kürzere Trainingseinheiten und viele Pausen. Wie Du Dein Tölttraining auf der Ovalbahn aufbaust, hängt ganz von Deinem Pferd ab und was ihm leicht fällt. Fange mit dem Tempo an, in dem sich Dein Pferd wohl fühlt und Du die beste Harmonie erzielst und dann arbeitest Du Dich zu Tempi vor, die schwieriger sind. Nutze gelegentliches kurzes Zügelüberstreichen, um die Leichtigkeit und das Gleichgewicht zu überprüfen.

 

 




25.12.2019 Notizen und Beobachtungen

 

Bei der Erarbeitung der Piaffe an der Hand kann es vorkommen, dass das Pferd die gesamte Vorhand hebt und vielleicht schon einen rhythmischen Takt im Heben der Vorhand anbietet. Diese Neigung zeigt Dir, dass Du später das Terre a Terre (Redop, siehe auch entsprechendes Bonuskapitel auf dieser Seite zum Download) leicht erarbeiten kannst. Für die Etablierung der Piaffe ist die Neigung des Pferdes die Vorhand anzuheben jedoch zunächst ungewollt. Bei der Arbeit an der Hand mit Trense habe ich die Beobachtung gemacht, dass sich der gewünschte diagonale Takt wiederherstellen lässt, wenn ich kleine wechselseite Impulse an die Trense übertrage.

 

Auch im Tölt können wechselseitige Impulse am Zügel über Taktschwierigkeiten hinweghelfen. Bei einem Pferd, das in einer engen Kurve auf kleiner Ovalbahn das Gleichgewicht verliert, sich leicht anspannt und den Takt geringfügig zum Passtölt verschiebt, habe ich mit kleinen wechselseitigen Impulsen am Zügel im Takt der Bewegung den Viertakt in der Kurve erhalten können.


"Pferde denken viel nach und stehen von allen Tieren den Philosophen am nächsten." (Jón Kalman Stefánsson)

 


22.12.2019 Lösende Übungen

 

Heute möchte ich Euch eine wirkungsvolle lösende Übung vorstellen, die Euch hilft das Pferd mit der Zeit immer geschmeidiger und durchlässiger werden zu lassen: Die Übergänge zwischen Schulterherein und Renvers. Mein Tipp ist die Übung zuerst an der Hand mit dem Pferd zu beginnen. Dazu führst Du Dein Pferd (von innen führen) mit Trense im Schulterherein auf der langen Seite. Wenn wir auf der linken Hand beginnen (alle folgenden Hilfen beziehen ich auf die Arbeit auf der linken Hand), greift die linke Hand den Gebissring, die rechte Hand führt den über den Hals gelegten Zügel im Bereich der Schulter. Wie die Arbeit an der Hand genau funktioniert, kannst Du in meiner Reitlehre nachlesen und bei „Pferde schulen an der Hand“ (R. Hinrichs) vertiefen.

 

 

Achte im Schulterherein darauf, dass Deine eigene Schulter dem Pferd den Blick nach innen nicht versperrt: Du musst Deinen Oberkörper so drehen, dass Deine linke Schulter zurück genommen wird, wenn Du das Pferd im Schulterherein links führen willst. Gehst Du mit der Schulter vor das Pferd wird es sich verhalten und ggf. Travers anbieten. Gebe dem Pferd also die Blickrichtung für das Schulterherein frei, dann geht es leichter. Wenn Du die Schwierigkeit hast, dass sich Dein Pferd im Schulterherein an der Hand im Genick verwirft, überprüfe zunächst, ob Du leicht genug mit der inneren Hand bist und erhöhe eventuell die Anlehnung an der äußeren Hand. Das kann auch geschehen, indem der äußere Zügel nicht im Bereich des Widerrists, sondern weiter vorn über den Hals geführt wird.

 

 

Um das Pferd jetzt in den Renvers umzustellen, parierst Du im Schulterherein zum Halten durch. Im Stehen wird der rechte Zügel vermehrt aufgenommen und die linke Hand führt den Kopf des Pferdes vorsichtig vor, um das Pferd in eine Rechtsstellung und schließlich Rechtsbiegung zu führen. Ggf. brauchst Du eine Gerte, um die Hinterhand zu begrenzen und/oder den treibenden Impuls zum Angehen zu geben. Richte Deinen Blick nach vorne, wenn Du los läufst, dann gelingt die Übung leichter, als wenn Dein Blick auf dem Pferd haftet.

 

 

Unter dem Sattel übst Du die Umstellung auch zunächst im Halt. Dazu wird im Schulterherein (linke Hand) durchpariert und das Pferd durch leichte Impulse am rechten Zügel bei gleichzeitigen Impulsen des rechten Schenkels in die Rechtsstellung und Biegung umgestellt. Der äußere Schenkel liegt leicht zurückgenommen am Pferd. Versuche mit dem inneren Schenkel kurze und gezielte Impulse zu setzen, um Biegung und Fleiß im Renvers zu erzeugen und den äußeren Schenkel mit mehr Konstanz anliegen zu lassen („zähe Bewegungen des äußeren Schenkels“). Wenn die Übung im Schritt zunehmend ohne Widerstände auch ohne Anhalten gelingt (was ggf. eine ganz Weile dauert), kann sie auch im Tölt und Trab gelingen.

 

 


Endlich ist es da! Das Buch von meiner guten Freundin Carina Heller zu den Frühzeiten des Islandpferdereitens. Ein "must have" für alle Gangpferdefreunde.

 

"So ein Islandpony ist im Garten zu halten und kinderleicht zu bändigen. Das hatte so in der Zeitung gestanden. Und wir hatten das auch noch geglaubt. Das mit der Haltung im Garten konnten wir ziemlich schnell knicken. Höttur wurde von meinem Vater ein einziges mal in unseren Garten geholt. Er sollte als Rasenmäher fungieren. Nach dem Motto »Wir haben ja jetzt ein Pferd« stand Höttur im Vorgarten. Er hatte aber gar kein Interesse an dem Rasen. Als erstes trampelte er das Gras nieder, dann ging es an die Rosen. Siebenundzwanzig Jahre später wurde ich Weltmeisterin. Ich? Das pummelige Mädchen aus Schmarrie, das ohne Steigbügel nie aufs Pferd kam? Es war ein überirdischer Rennpass, in dem ich zusammen mit Glaumur zum Sieg flog. In der Nacht vorher hatte ich es genau so geträumt. Ich wusste, mit diesem Pferd konnte ich es schaffen."

Carinas Buch kannst Du bei Marion Heib bestellen. Hier der Link zum Shop: Link


2018 Notizen: Neulich auf dem Viereck – die Acht

 

Die Acht ist eine Kombination aus zwei Volten, die zusammen die Form einer Acht ergeben, aber das hast Du bestimmt schon gewusst. Man kann die Acht an verschiedenen Stellen des Dressurvierecks reiten, übliche Stellen sind zwischen den Zirkelpunkten oder an der kurzen Seite. Übst Du die Acht an der kurzen Seite, wird sie auf einer Seite durch die Bande begrenzt und auf der anderen Seite durch die Verbindungslinie, die Du Dir zwischen den Zirkelpunkten vorstellst, das Umstellen der Richtung erfolgt auf der Mittellinie. Um die Acht zu üben habe ich einen einfachen Tipp: Du brauchst dazu 2 Springstangen und 4 Pylonen (oder Eimer). Die Springstangen legst Du so auf die gedachte Linie zwischen den Zirkelpunkten, dass Du sie als Bandenersatz zur offenen Viereckseite hin nutzen kannst. Damit werden die beiden Volten der Acht viel leichter rund zu reiten und Du kannst Dich besser auf Deine Hilfen konzentrieren. Zwei Dinge sind wichtig: 1.) das die Volten rund sind und 2.) das Du Dein Pferd auf der Mittellinie am besten ohne Spannung und Herausheben des Halses umstellen kannst. Damit Dir das umstellen leichter gelingt, stellst Du die 4 Pylonen dicht rechts und links neben den Punkt, an dem Du die Richtung wechselst. Zwischen den Pylonen wird so eine kleine Gasse von z.B. 80 cm Länge entstehen, in dieser Gasse wechselst Du die Richtung. Mach die Gasse ruhig richtig eng, damit Dein Pferd 2 Schritt geradeaus geht, bevor Du in die neue Richtung wendest. Das ist für das Pferd leicht verständlich, es kann sich darauf einrichten, wo der Richtungswechsel erfolgt und Du kannst Dich besser auf die Hilfen konzentrieren. So klappt es mit der Acht auch gleich leichter. Du wirst feststellen, dass die Acht ein tolles Werkzeug für die Ausbildung des Pferdes ist, wenn Du die Linienführung sorgfältig einhältst. Warum die Linienführung so wichtig ist, erkläre ich in einem der nächsten Beiträge.


2018 Notizen: Warum es sinnvoll ist die Bahnfiguren "ordentlich" zu reiten

 

Wenn Ihr mal hier und da in den Reitlehren stöbert, findet Ihr oft den Hinweis, dass es wichtig sei, nicht "irgendwie" auf dem Viereck rumzureiten, sondern die Bahnfiguren "ordentlich" und korrekt zu üben. Das klingt irgendwie von vorgestern, nur die Bahnfiguren reiten ist ja langweilig und wenig kreativ. Es gibt aber ein paar Gründe, die durchaus dafür sprechen, die Figuren so zu üben, wie sie im Buch stehen. Hierzu habe ich mir einige Gedanken gemacht, die bestimmt nicht vollständig sind, vielleicht habt Ihr noch andere Ideen, die Ihr hier ergänzen wollt. Aber zurück zum Thema: Warum muss der Zirkel rund sein und genau die 4 Bahnpunkte "X", Zirkelpunkte und A bzw. C an der Mitte der kurzen Seite treffen? Die erste und einfachste Antwort auf diese Frage ist, die, dass Ihr die Figuren sauber reiten müsst, wenn Ihr auf einem Turnier starten wollt, sonst gibt es satten Punktabzug von den Richtern. Wenn Ihr kein Turnier reiten wollt, ist das aber keine Entschuldigung den Zirkel wie ein großes Osterei zu reiten. Ein wichter Aspekt ist hier die Überprüfung und Selbsteinschätzung: Kannst Du den Zirkel in den verschiedenen Gängen rund reiten oder macht Dir Dein Pferd dabei einen Strich durch die Rechnung, weil es z.B. nicht ausreichend gerade gerichtet ist und entweder nach außen oder nach innen drängelt? Wenn Du hier ehrlich zu Dir selbst bist, dann kannst Du durch reiten der Bahnfiguren schnell merken, wo noch Baustellen für das Training offen sind. Ein anderer Aspekt, der insbesondere auf dem Zirkel wichtig ist, ist die Sache mit dem Gleichgewicht. Ein Pferd, das exakt kreisrund auf der Zirkellinie losgelassen und taktrein laufen kann, macht Spaß zu reiten. Dafür ist natürlich erst einmal Arbeit und Mühe nötig. Wenn Du die Linie schlampig reitest, mal nach außen, mal nach innen abweichst, z.B. weil Du mit den Gewichtshilfen unpräzise bist, muss das Pferd das natürlich ausgleichen und wird größere Mühe haben, sein Gleichgewicht auf der Zirkellinie zu finden. Den Zirkel rund zu reiten ist also auch eine Hilfe für das Pferd sich leichter auzubalancieren.